Samstag, 14. März, in Bad Vöslau, veranstaltet vom „NÖ Landesverband für Historisches Fechten“

Fünfzig Fechterinnen und Fechter folgten am Samstag, 14. März 2015, der Einladung des „NÖ Landesverbandes für Historisches Fechten“ zur „NÖ Fechtschule 2015“. In zwei Turnhallen wurde von 9 bis 18 Uhr gefochten, dass die Klingen glühten! Dabei wurden zwei Turnhallen „bespielt“, wovon eine Halle mit drei Kampfplätzen für die Fechtschule reserviert war, und eine zweite Halle mit zwei Kampfplätzen für Experimente, Freikampf und Übungskämpfe zur Verfügung stand.

Die Fechtschule unterscheidet sich vom Turnier ja durch die entspanntere Atmosphäre. Niemand scheidet aus, es gibt keinen expliziten Wettkampfdruck, jeder fechtet so oft er will, mit wem er will und mit welcher Bewaffnung er will. Die Kämpfe sind kurz (auf drei Punkte) und das System „erzieht“ zum vorsichtigen Fechten und zum „schönen“ Fechten – es ist also gleichzeitig abwechslungsreich und „pädagogisch wertvoll“ – und macht dabei einfach Spaß!

Die 50 Teilnehmer waren Vertreter von 12 Vereinen, davon 8 Vereine, die im ÖFHF organisiert sind, 2 Vereine aus Bayern und 2 österreichische Vereine, die im ÖFHF als Mitglieder willkommen wären (Leute – gebt Euch einen Ruck und tretet bei! ggg).

Gefochten wurde nach Deutscher und nach Italienischer Schule mit dem Langen Schwert, Dussack, Dolch, Messer, Halber Stange, Degen, Rapier, Seitschwert (mit Dolch, Buckler oder Targa), Spadone und (außerhalb der Fechtschule in der Experimentierhalle) allen möglichen Kombinationen dieser Wehren. Als interessantes Schmankerl war es auch möglich, die Kampfweise zweier Gladiatoren-Armaturen (Murmillo und Hoplomachus) auszuprobieren.

Abschließend wurden Fechter für besondere Leistungen geehrt. Als „Fechter mit den meisten Gefechten“ (65 Kämpfe!) wurde Franz Teichert geehrt. Als Fechter mit „den wenigsten verlorenen Gefechten“ (nämlich „0“ !) und „dem besten Verhältnis von „Anzahl Gefechte zu erzielten Punkten“ erhielt der amtierende österreichische Meister des „Langes Schwerts“, Ingulf Kohlweiss, gleich zwei Urkunden. Als Fechter „mit den meisten Punkten“ wurde Georg Piskaty geehrt. Und „Fechterin des Tages“ wurde Elisabeth Orion für die Demonstration ihres unbändigen Kampfgeistes, der sie in einem langen Ringen im Bodenkampf gegen einen anderthalb Kopf größeren männlichen Gegner nicht aufgeben ließ, bis sie sich befreien konnte, das Schwert des Gegners aufnehmen und ihm einen Hieb auf den Kopf versetzte! Eine herrliche Aktion!

In der abschließenden Feedback-Runde wurde allgemein betont, dass das Fechtschulsystem eine wunderbare Ergänzung bzw. Alternative zum „sportlichen Turnier“ ist und quer durch alle Vereine, Schulen und Fechtstile als unterhaltsam und lehrreich empfunden wird. Vor allem ergibt sich eine wunderbare Möglichkeit, neue Wehren und neue Stile kennenzulernen und auszuprobieren. Es treffen sich hier auch „Deutsche“ und „Italiener“ im fechterischen Austausch und so mancher „Langschwertler“ hat die Möglichkeit, z.B. erstmals mit einem Rapier zu fechten, gerne ergriffen.

Der Obmann des ÖFHF, Harald Winter, stellte weiters den anwesenden interessierten Turnierfechtern den neuen Entwurf der Turnierregeln für „Langes Schwert“, „Rapier“ und „historischem Säbel“ vor. Nach der Vorstellung wurden dieser in der Nebenhalle auch getestet und mit den Testern besprochen, sowie das Feedback aufgenommen in die Regeln weitgehend adaptiert.

Organisatorisch ausgerichtet wurde die Fechtschule durch den Verein „Historisches Fechten Baden“, der diese Halle jeden Dienstag nutzt (donnerstags eine Halle in Baden). Danke an die zehn Helfer dieses Vereins für die Orga!

Rückfragen an andreas.klingelmayer@badvoeslau.at