WAS IST HISTORISCHES FECHTEN?
Historisches Fechten ist eine Sportart, welche die historische Aufarbeitung und Rekonstruktion europäischer Kampfkünste mit Sport verbindet. Im internationalen Rahmen spricht man auch von „HEMA“ (Historical European Martial Arts). Der Sport umfasst das Erlernen von Kampftechniken auf Basis historischer Quellentexte sowie deren Anwendung in Freikampf und Turnier. Der Fokus der verwendeten Quellen liegt zumeist im zivilen Kontext, wie er historisch bereits bei Wettkämpfen, gerichtlichen Zweikämpfen und Duellen belegt ist.
Disziplinen und Stile
Oft wird im Zusammenhang mit Historischem Fechten von „Schwertkampf“ gesprochen. Tatsächlich ist Historisches Fechten aber viel mehr. Der Sport umfasst eine große Vielfalt von verschiedenen Disziplinen – eigentlich fast alles, was im Laufe der Geschichte in Europa zum Umgang mit Hieb- und Stichwaffen sowie Selbstverteidigung gelehrt wurde.
Die meisten Vereine in Österreich lehren „Langes Schwert“ nach der sogenannten „Deutschen Schule“. Dieser Stil ist zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert angesiedelt und umfasst Disziplinen wie das Lange Schwert (einen Anderthalbhänder), das Lange Messer, Schwert & Buckler, Ringen und vieles mehr.
Weitere weit verbreitete Disziplinen sind das Fechten mit dem Säbel (ca. 19. Jahrhundert), dem Rapier (ca. Mitte des 16. Jahrhunderts) und dem Seitschwert mit verschiedenen Beiwaffen, wie Dolch, Faustschild, Hand oder Mantel (ca. 15. Bis 16. Jahrhundert).
Was bietet HEMA?
Unser Sport bietet eine umfassende Ertüchtigung für Körper und Geist. Es werden Kraft und Ausdauer ebenso trainiert wie Koordination und gute Körperstruktur. Unsere Trainierenden (mittlerweile über 1.100 in ganz Österreich) finden sich in fast allen Altersgruppen – vom Jugendtraining bis hin zum eigenen Seniorentraining.
Die Angebote unserer Mitgliedsvereine umfassen dabei niederschwellige Einstiegsmöglichkeiten u.a. im Rahmen von Kooperationen mit den Universitätssportinstituten oder in einigen Städten im Rahmen von „Bewegt im Park“.
Randsportarten wie HEMA leisten einen wichtigen Beitrag zur sportlichen Vielfalt und ermöglichen Menschen mit unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten Zugang zu Bewegung und Gemeinschaft. Sie fördern oft Werte wie Engagement, Fairness und Eigeninitiative. Ihre Unterstützung kann uns helfen, Strukturen zu sichern, Nachwuchs zu gewinnen und das breite Spektrum des Sports langfristig zu erhalten.
Was brauche ich zum Anfangen?
Spaß an Bewegung, Interesse für Neues und Zeit für ein Schnuppertraining.
Ausrüstung
Zum Beginn reicht einfaches Sportgewand und eventuell Hallenschuhe. Die meisten Vereine bieten Leihausrüstung für Einsteiger:innen.
Wenn du länger dabei bleibst wirst du dir bei den meisten Vereinen früher oder später Ausrüstung kaufen wollen. Dabei hilft dir dann der Verein bei dem du trainierst.
Wie kann ich anfangen?
Eine Liste der ÖFHF-Vereine und der angebotenen Disziplinen und Stile findest du unter Vereine. Für mehr Infos kontaktiere bitte direkt uns oder einen unserer Mitgliedsvereine.
Wir freuen uns auf dich!
DER ÖFHF
Der ÖFHF ist der „Österreichische Fachverband für Historisches Fechten“ und ein Zusammenschluss der Vereine, die in Österreich Historisches Fechten betreiben. International spricht man von „HEMA“ (Historical European Martial Arts) weshalb seit 2021 auch der Beiname „HEMA Austria“ geläufig ist.
Geschichte
Im Februar 2004 kurz nach den Semesterferien nahmen die Liechtenauer Fechter mit anderen Wiener Gruppen Kontakt auf um die Gründung eines Verbandes zu besprechen. Nachdem die allgemeine Stimmung der Idee wohlwollend gegenüberstand, nahm man das Projekt gleich im März in Angriff und so wurde nach einem kurzen Treffen bei Peter Zillinger (Obmann der Gruppe Klingenspiel) die Gründung beschlossen.
Bereits eine Woche danach, am 19. März 2004, wurde der Verband offiziell gegründet. Erster Obmann des Fachverbandes war Ing. Martin Schneider von den Liechtenauer Fechtern. Ziel des Verbandes war es, möglichst alle historischen Fechtgruppen unter einen Hut zu bringen und ihnen eine organisatorische und rechtliche Heimat zu bieten.
Von 2004 – 2011 wurde vornehmlich hinter den Kulissen reichlich Beziehungen geknüpft und vor allem half der ÖFHF auch anderen Ländern auf die Sprünge um dort ihre Verbände zu gründen.
2011 war es dann auch soweit, dass der Verband nun die Gründung von Landesverbänden ansprach, was dann auch 2012 umgesetzt wurde.
Bei der Jahreshauptversammlung 2012 in Graz wurde dann ein neuer Obmann des Verbandes gewählt, Ing. Martin Schneider übergab sein Amt an Ing. Harald Winter, ebenfalls von den Liechtenauer Fechtern, der zuvor einstimmig gewählt wurde. 2015 übernahm Andreas Klingelmayer das Amt des Obmannes.
Bei der Generalversammlung 2025 trat Andreas Klingelmayer, nach 10 Jahren des Schaffens, nicht mehr als Obmann an. Den neuen Vorsitz des ÖFHF traten ein Team rund um Gregor Leo Lanz und Eszter Nemeth an.
HALL OF FAME
Hier sollen all jene einen Platz bekommen, die sich in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft um das Historische Fechten verdient gemacht haben. Zudem werden hier die Sieger und Siegerinnen sportlicher Wettkämpfe geehrt.
Die Urväter des Historischen Fechtens in Österreich – Teil IV
Interview mit Peter Zillinger – Wie man seinen ganz [...]
Die Urväter des Historischen Fechtens in Österreich – Teil III
Interview mit Christoph Kaindel – Die ersten Schritte „Am [...]
Die Urväter des Historischen Fechtens in Österreich – Teil II
Interview mit Herbert Schmidt – ein Kämpfer mit Schwert [...]
Die Urväter des Historischen Fechtens in Österreich – Teil I
Interview mit Harald Winter – einem Historischen Fechter der [...]




